Paragliding, das beste Abenteuer in Interlaken

Eli aus Berlin hat es gewagt und Paragliding in Interlaken ausprobiert. Hier erzählt sie davon.

Ich sitze aufgeregt am Frühstückstisch meines Backpacker Hostels in Interlaken. Soeben habe ich etwas absolut Verrücktes getan: ich habe mir einen Gleitschirm Tandemflug in Interlaken gebucht! Hier verbringe ich ein paar Tage Urlaub mit meinen Eltern. Natürlich habe ich daheim in Berlin Bilder der Schweizer Berge gesehen, dass ich aber gleich von einem abheben werde? Nein, das hätte ich mir nicht träumen lassen!

Punkt 10.30 Uhr treffe ich mich im Zentrum von Interlaken mit meinem Piloten David. Der Einheimische fliegt schon seit 10 Jahren Gleitschirm und arbeitet seit 2014 bei Skywings als Tandempilot. Er scheint nett und ist, wie alle seine Teamkollegen, ein sehr guter und erfahrener Pilot. Beruhigend.

Auf ins Abenteuer!

“Alle einsteigen bitte!” weist uns Corinna, die sympathische Fahrerin an. Auch sie arbeitet schon seit vielen Jahren für Skywings und hat schon manchen nervösen Passagier auf den Berg gefahren. Mit dem Minibus geht es Richtung Beatenberg, wo sich verschiedene Startplätze befinden. Während der Fahrt informieren uns die Piloten über den groben Ablauf und erzählen uns einige spannende Details über Interlaken und die Jungfrau Region. Auf der kurvigen Strasse fahren wir an weidenden Kühen und Ziegen vorbei, während unter uns der blaue Thunersee im Sonnenlicht glitzert. Wie idyllisch es hier ist – ich fühle mich fast wie das Schweizer Heidi!

Top ausgebildete Tandem Piloten

Laut den Piloten haben wir perfekte Bedingungen um am höchstgelegenen Startplatz, dem Hohwald auf 1500m ü.M., starten zu können. David legt seinen Gleitschirm aus und hilft mir das Passagiergurtzeug anzuziehen. Auch ein Helm muss getragen werden. Schliesslich ist Gleitschirmfliegen immer noch eine Extremsportart und eine entsprechende Ausrüstung ist unabdingbar. Aus diesem Grund durchlaufen auch alle Piloten die strenge Ausbildung des SHV (Schweizerischen Hängegleiterverband) und müssen mehrere Prüfungen bestehen um eine Lizenz für Tandemflüge zu erhalten.

Ein, zwei, drei - rennen!

Meine Nerven liegen blank. Gleich geht es los! David steht hinter mir und fängt an zu zählen: “Eins, zwei, drei….rennen!” Alles geht so schnell, ich realisiere kaum, dass wir schon in der Luft sind. Wahnsinn, ich fliege! Doch zum Durchatmen bleibt mir gerade noch keine Zeit, denn die Gipfel der Bäume da vorne kommen verdächtig nahe, nicht? Doch bevor ich etwas zu David sagen kann, gewinnen wir plötzlich an Höhe und beginnen, wie ein Adler zu kreisen. Wir haben eine Thermik erwischt, warme, steigende Luft, die uns “aufdrehen” lässt. Was für eine Aussicht – da hinten sehe ich die imposanten weissen Gipfel von Eiger, Mönch und Jungfrau, da drüben der türkisblaue Brienzersee, unter mir der Thunersee und dahinter die Berner Alpen – Wow!

 

Ein bisschen Adrenalin darf es sein

Nach etwas mehr als 20 Minuten Flugzeit fliegen wir über Interlaken. Noch sind die Häuser ganz klein unter mir. “Ob ich gerne Achterbahn fahre?” möchte David von mir wissen. Ich bejahe und finde mich auch schon in einer Steilspirale wieder, die meinen Puls in die Höhe schnellen lässt. Akromanöver sind für all jene, die gute Nerven und definitiv einen guten Magen haben. Wir nehmen es wieder gemütlicher und bauen über der Stadt langsam Höhe ab.

Nun sind wir über der Höhematte, eine Grünfläche mitten in Interlaken mit einem fantastischen Blick auf das bekannte Jungfraujoch. Noch ein, zwei Kurven, dann setzt David zur Landung an. Wir landen sanft und ich habe wieder festen Boden unter den Füssen. Ich kann es noch gar nicht glauben. David zieht aus seinem Rucksack ein Tablet und zeigt mir die wunderschönen Bilder, die er von diesem Flug gemacht hat. “Ob ich sie kaufen möchte?” Klar, an dieses einmalige Abenteuer möchte ich mich nämlich noch lange erinnern! Dieses Erlebnis kann ich einfach nur jedem empfehlen, der einmal im Leben wie ein Vogel fliegen möchte – ein bisschen verrückt ist es schon, aber halt auch wahnsinnig schön!